4 Normdaten

    1. Stammsätze
      1. Hybridisierung
      2. Überregionale Identnummern
    2. Nutzung der Normdaten-CDROM
      1. Hinweise zur Konfiguration
      2. Nutzung mit Capriccio
      3. So wird's gemacht
      4. Parameterdateien

4.1 Stammsätze

4.1.1 Hybridisierung

Mit den Capriccio-Parametern ist es möglich, Mischformen aus Stammsätzen aufzubauen, etwa einen Personensatz, der sowohl die SWD- als auch die PND-relevanten Informationen enthält oder einen Körperschaftssatz, der SWD- und GKD-Formen und -Verweise beinhaltet.

Faktisch entspricht dies bei Personensätzen der Situation in der „Heimat“ der Datensätze: Im Zentralsystem der Deutschen Bibliothek gibt es nur eine Sorte Personensätze, die jeweils auf zwei verschiedene Arten (SWD-MAB, PND-MAB) nach Außen gegeben werden. Die PND-Form ist wegen der besseren Ausdifferenzierung der Lebens- und Wirkungsdaten etc. dabei nach Möglichkeit vorzuziehen. Dies umso mehr, als daß mittelfristig reine Personensätze keine SWD-Nummern mehr bekommen, sondern nur qua „Autorisierung“ Bestandteil der SWD sein werden. Im Frühjahr 1998 wurde ein erster Schritte in diese Richtung beschritten, indem alle Personensätze der SWD in die PND integriert wurden: Als Folge besitzen SWD-Personensätze und die korrespondierenden PND-Sätze jeweils eine SWD- wie auch PND-Identnummer. Diese Doppelgleisigkeit wird auf absehbare Zeit beibehalten werden, bis alle Verbundzentralen auf das Nachfolgesystem umgestellt haben werden.

4.1.2 Überregionale Identnummern

Beim Import von Fremddaten (SWD, PND, GKD, ZDB) werden deren überregionalen Identnummern in entsprechende Kategorien #89ff importiert. Innerhalb einer Capriccio-Datenbank erfolgen vorzugsweise mithilfe dieser Nummern. Aus technischen Gründen sind sie aber von ihrer Prüfziffer befreit und haben vorangestellte Doppelbuchstaben ('zz' für ZDB, 'kk' für GKD, 'pp' für PND und 'ss' für SWD), die Original-Identifikationsnummern lassen sich aber stets rekonstruieren.

Für den Fall mehrerer Identnummern in einem Datensatz wird nach für Verknüpfungen folgende Vorzugsreihenfolge gewählt:

  1. PND bzw. GKD bzw. ZDB
  2. SWD
  3. eigene Nummer (#00)
  4. Kürzel (#8na)

Gibt es zudem auch noch mehrere alternative Ansetzungen, so werden die unterschiedlichen Ansetzungen den verschiedenen Schlüsseln zugeordnet.

Beispiel (#3n ist fingiert):

#00 p000010
#3n sp Zille, Rudolf Heinrich
#30gXA-DE
#32D13.4p
   ¶13.5p
#4n Zille, Heinrich
#4naZille, H.
   ¶Zille, Rudolf Heinrich
#4nda10.01.1858-09.08.1929
    iMaler; Zeichner; Photograph
#4nea1858-1929
    fm
#4npPfeifer, W.
#4nzTpaM
#89S4067783-7
#89T11863686
Dieser Personensatz besitzt (in PND-Form) besitzt simultane Nummern von PND und SWD, zusätzlich eine abweichende Ansetzung der SWD in #3n. Es werden daher folgende Schlüssel zur Übernahme angeboten:
|1zille, heinrich  _pp1186368
|1zille, rudolf heinrich  _ss4067783
Darüber hinaus sind aber auch noch diverse andere Verknüpfungen legal (man denke an den Fall, daß man zunächst eine abweichende Ansetzung für die Sacherschließung in #3n hat, die SWD-Nummer aber noch nicht bekannt ist):
p000010    Zille, Heinrich
pp1186368  Zille, Heinrich
ss4067783  Zille, Rudolf Heinrich

p000010s   Zille, Rudolf Heinrich
pp1186368s Zille, Rudolf Heinrich
ss4067783p Zille, Heinrich
D.h. unter den `eigentlichen' Nummern mit angehängtem p bzw. s sind jeweils auch noch die alternativen Ansetzungen zugänglich.

Sinnvoll ist dies vor allem bei Körperschaften: Hier weichen die Ansetzungen für Formal- und Sacherschließung erheblich voneinander ab, und die GKD (bzw. eigenen Ansetzungen) ist im Vergleich zur SWD erheblich vollständiger. Auch ist hier eine datentechnische Zusammenführung noch nicht geplant.

4.2 Nutzung der Normdaten-CDROM

Die aktuelle Ausgabe der Normdaten-CD datiert jedoch vom Juni 1998 und beinhaltet noch viele Dubletten aus kürzlichen Masseneinspielungen. Da die Praxis der PND-Redaktion Dubletten so eliminieren wird, daß der Satz mit SWD-Autorisierung und -Nummer innerhalb der PND als einziger übrig bleibt, gilt also die Feststellung, daß jeder auf der aktuellen Ausgabe der Normdaten-CD befindliche PND-Personensatz, der selbst keine SWD-Nummer enthält, aber ein SWD-Äquivalent hat, langfristig verschwinden wird. Derzeit sollte daher vorzugsweise der SWD-Satz trotz seiner geringeren Ausdifferenzierung benutzt werden; zu einem späteren Zeitpunkt kann dann maschinell aufgrund der SWD-Identnummer ein Nachimport des äquivalenten PND-Satzes stattfinden.

Person / Werktitel-Kombinationen innerhalb der SWD werden allerdings nie Bestandteil der PND sein.

Für die zweite Ausgabe der Normdaten-CD konnte bislang noch nicht in Erfahrung gebracht werden, ob darin schon die im Juni/Juli 1998 stattgefundene Umstellung der Geocodes bei der Deutschen Bibliothek enthalten ist.

4.2.1 Hinweise zur Konfiguration

Die derzeitige Normdaten-CD wird mit zwei Retrieval-Oberflächen ausgeliefert: Ein DOS- und eine Windows-Rechercheprogramm. Letzteres hat recht bizarre Fehler (Betrieb unter Anzeige- Einstellungen „grosse Schrift“ korrumpiert MAB-Export(?)) und ist über die Tastatur etwas umständlicher zu bedienen als die DOS-Variante. Zu jener ist zu sagen, daß der MAB-Export (Ausgabefelder 'MAB-Format') nur dann ein MAB-Export ist, wenn der Ausgabe-Typ 'ASCII-Text' eingestellt ist. Auch in diesem Fall werden Felder bei etwa 240 Zeichen abgeschnitten (genauer: illegal umgebrochen), so daß eine Nachbearbeitung des Imports erforderlich sein kann.

Beide Rechercheoberflächen ermöglichen es nicht, an eine Ausgabedatei weitere Datensätze anzuhängen.

Folgende Einstellungen liefern verarbeitbare Exporte:

DOS-Programm

Die Einstellungen sind über die Folge <F4>, E bzw. die Abkürzung <Alt>-T erreichbar.

Bezeichnung
Wert
Ausgabetyp
ASCII-Text
Dateiname
c:\temp\normdat.mab
Ausgabefelder
MAB-Format
Suchanfrage ausgeben ?
Nein
Bereichsangabe
AUFPASSEN!
Seitenvorschub
Nie
Seitenlänge
0

WINDOWS-Programm

Die Einstellungen sind im Menue unter Datei / Export bzw. mit der Abkürzung <Strg>-R erreichbar.

Nach meinen Erfahrungen haben die Bildschirmanzeige und die Exporte erratisch eingesprengselte Zeilenvorschübe, falls – wie bei hochauflösenden Monitoren üblich – unter Windows der Systemzeichensatz auf „große Schrift“ eingestellt ist. In diesem Fall können die exportierten Daten nicht weiterverarbeitet werden (Test: Umschalten der Vollanzeige mit der Leertaste, besteht die erste Zeile der Anzeige nur aus ###, so gibt es ein Problem).

Bezeichnung
Wert
Ausgabetyp
ASCII-Text
Datensatzformat
MAB-Format
Bereichsangabe
AUFPASSEN!
Seitenvorschub
Nie
Seitenlänge
58
Suchanfrage ausgeben ?
Nicht ankreuzen
Dateiname
c:\temp\normdat.mab

4.2.2 Nutzung mit Capriccio

Rationelles Arbeiten kann nun so erfolgen (kann aber auch anders):

Unter MS-DOS

Dies meint nicht das DOS-Rechercheprogramm!

Steht auf dem Rechner kein Windows-Betriebssystem zur Verfügung, gibt es wenigeer Möglichkeiten. In das Allegro-Cockpit läßt sich zunächst ein Aufruf der Normdaten-CD einbauen, wird dieser beendet, kann anschließend das Vorhandensein einer Downloaddatei erkannt und für diese ein automatischer Import durchgeführt werden. Danach befindet man sich wieder im Cockpit und kann weitere Daten importieren oder mit der allegro-Datenbank arbeiten. Vor dem nächsten Import muß die Bearbeitung beendet werden.

Unter Windows 3.x ohne Netzwerk

Hier ist es im Prinzip möglich, in zwei Fenstern die Rechercheanwendung und die allegro-Datenbank geöffnet zu haben. Wichtig ist, daß ein Einmischen in die Datenbank, während diese in Bearbeitung ist, i.A. nicht möglich ist.

Eine sinnvolle Vorgehensweise könnte also sein, in einem Fenster permanent die Normdaten-Anwendung zu betreiben, in einem anderen Fenster aus dem Cockpit heraus stets neue Importe vorzunehmen und dann die Datenbank zu starten. Beide Vorgänge lassen sich auch in einer .BAT-Datei zusammenfassen, die dann in das Vorgabenmenue des Cockpit eingebunden werden kann.

Unter Windows 3.x mit Netzwerk

(Gemeint ist, daß über das Netzwerk auf die Datenbank zugegriffen wird). In dieser Situation ist es zusätzlich zu den oben erwähnten Konstruktionen möglich, ein Katalogsierungsfenster geöffnet zu haben und gleichzeitig Daten einzumischen. Damit nach dem Export nicht stets eine neue Konversion gestartet werden muß, wird bei intensiver Benutzung empfohlen, in einem im Hintergrund ablaufenden dritten Fenster („Hintergrund“ muß in den Eigenschaften des Fensters angekreuzt sein, sonst stoppt es sofort) einen endlosen Zyklus ablaufen zu lassen, etwa der Form

Schlafen – Test auf Download-Datei – Import – Schlafen

Ein erfolgreicher Import wird stets durch einen Piepton verkündet.

Unter Windows 95 oder NT

Unter diesen Betriebssystemen gelten die Einschränkungen für Datenbanken auf dem lokalen Rechner nicht: Es können wie unter Windows 3.x im Netz von einem Rechner aus beliebig viele simultane Zugriffe auf die Datenbank erfolgen.

Darüber hinaus lassen sich auch auf elegante Art Hotkeys für Anwendungen definieren. Dazu geht man wie folgt vor:

  1. Für die Anwendung (.BAT-Datei) eine neue Verknüpfung auf dem Desktop anlegen.
  2. in den Eigenschaften für die Verknüpfung auf der Karteikarte „Programm“ eine Tastenkombination für die Anwendung angeben.
Danach kann dann umittelbar nach dem Export der Normdaten durch Aktivieren des Hotkeys der Import angestoßen werden, ohne daß auf dem Schirm störende Fenster auf- und zuklappen würden. Im Fall eines erfolgreichen Imports gibt es einen Piepton.

4.2.3 So wird's gemacht

Für die meisten Importarten funktioniert die universelle Steuerdatei cdimp.bat recht gut.

Sitzung aus dem Cockpit

Analog der Steuerdatei normsess.bat (angebunden als „Normdaten-CD“ im Submenue „Fremddaten-Modelle“ des Cockpit) kann man sich leicht eigene Aufrufe aufbauen.

Import beim Start

capri.bat ist eine Startdatei, die unter Umgehung des Cockpits die Datenbank direkt startet. In den ersten Zeilen ist exemplarisch ausgeführt, wie mit cdimp.bat auf das Vorhandensein von Download-Dateien getestet wird und diese dann automatisch vor dem Start importiert werden.

Import in Hintergrundschleife

Hierfür ist der Aufruf von cdimp.bat mit 3 Parametern geeignet, exemplarisch vorgeführt unter GKD schweigt im Submenue „Fremddaten-Modelle“: Nach jedem Test macht das Programm eine kurze Pause von 5 Sekunden, beendet wird es mit „x“.

Die DOS-Box ist (Eigenschaften-Menü) daraufhin zu kontrollieren, daß sie auch im Hintergrund bzw. im geschlossenen Fenster weiterläuft.

Import per Hotkey

Hierfür ist eine Verknüpfung mit cdimp.bat auf dem Desktop anzulegen.

Aufzurufen ist ebenfalls cdimp.bat mit drei-Parametern, nämlich

<Pfad>\cdimp.bat <Typ> <Downloaddatei> -

Dabei ist <Typ> etwa „norm“, <Downloaddatei> die eingestellte Downloaddatei (empfohlen c:\temp\normdat.mab), und der dritte Parameter (eigentlich für die Zeitsteuerung) muß - sein.

Beim Namen der Downloaddatei darf der Pfad der Datei weggelassen werden, dann die Datei wird vom System in den Verzeichnissen gesucht, die durch die Umgebungsvariablen TMP bzw. TEMP angegeben sind (typischerweise zeigen diese auf Verzeichnisse c:\temp oder c:\windows\temp, das müßten Sie dann herausfinden, denn das Verzeichnis muß ja auch in der Konfiguration der Normdaten-Anwendung eingestellt werden…).

Die Eigenschaften der Verknüpfung sollten sein (unter Windows 95):

4.2.4 Parameterdateien

Falls die Exporte im MAB-Format in die fest einzustellende Datei mit dem Namen ddbcd.mab gemacht werden, können sie anschließend mit der Steuerdatei cdimp.bat importiert werden.

Man wird als Verzeichnis für diese Datei entweder das allegro-Arbeitsverzeichnis einstellen und die Steuerdatei cdimp.bat dann vom Cockpit aufrufen. Oder aber (unter Windows empfohlen) man wählt ein beliebiges Verzeichnis, das man auch als Startverzeichnis für ein Windows-Icon festlegt, das wiederum mit cdimp.bat verknüpft ist. Definiert man außerdem einen Hotkey (etwa F12) für dieses Icon, kann man den Import auf Tastendruck durchführen, ohne daß man ein zusätzliches Fenster öffnen bzw. die Normdaten-Anwendung oder die Allegro-Datenbank verlassen muß.

Da in der Exportdatei alle drei Sorten MAB (GKD, PND, SWD) vorkommen können, startet die Steuerdatei nacheinander alle drei möglichen MAB-Importe und mischt die Ergebnisse in die Datenbank ein. Das Einmischen erfogt im Modus -fm21, d.h. vorhandene Sätze werden nicht überschrieben.

Die importierten Datensätze erhalten eine #00 , die der überregionalen Identnummer in #89x (x ist G, T oder S) entspricht, aber ein vorangestelltes gg, gt, oder gs hat.

Die benutzten Parameterdateien für die Importe sind:


Typ
Importparameter
Exportparameter
Ausgabedatei
Dateinr.
GKD
gkdcd.aim
gkdout.apr
gkdcd.alg
160
PND
pndcd.aim
pndout.apr
pndcd.alg
140
SWD
swdcd.aim
swdout.apr
swdcd.alg
130

Die jeweils frühere Ausgabedatei xxxcd.alg wird vor dem Import umkopiert zu xxxcd.sav.